Des Satans alte Kleider

„... der sei verflucht!“

Das Jahr 1982 begann zunächst mit einer Phase nervenaufreibenden Telefonterrors gegen die Prophetin des Herrn. In ihrem Haus klingelte immer wieder mitten in der Nacht das Telefon, und es wurden wüste Verwünschungen und Verfluchungen ausgesprochen. Wurde der Hörer aufgelegt, so rief man meist noch ein zweites und drittes Mal an, um die Fluchbotschaft vollständig loszuwerden.

Wer auch immer der Urheber dieser Anrufe war: Er bewegte sich in gut katholischer Tradition. Denn die Verfluchung von „Ketzern“ und „Hexen“ gehört seit Jahrhunderten zum festen Repertoire der Vatikankirche. In der Dogmensammlung der katholischen Kirche 21), die bis heute gültig ist, heißt es dutzende Male am Ende eines Lehrsatzes: „:..der sei ausgeschlossen“ – nämlich derjenige, der dies oder jenes nicht für wahr hält, was die Kirche lehrt. Dieses Wort „ausgeschlossen“ klingt auf Deutsch vergleichsweise harmlos, doch hinter dieser „weichgespülten“ Übersetzung verbirgt sich in den lateinischen Originaltexten die knallharte Bedeutung: „... der sei verflucht!“ 22) Und „verflucht“ bedeutet nun mal: Der wird, sofern er seine Meinung nicht beizeiten ändert, in der ewigen Hölle schmoren! Ist eine Verwünschung z.B. im Voodoo-Kult vom Ergebnis her etwas anderes?

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