Die Auftraggeber Behnks, die jeweils regierenden Landesbischöfe, deckten auch die jahrelange Treibjagd ihres Verfolgungsexperten gegen die private Weltanschauungsschule in Esselbach (Landkreis Main-Spessart), die die Nachfolger des Jesus von Nazareth 1991 – nach einem fünf Jahre (!) dauernden Prozess gegen die Bayerische Staatsregierung – endlich eröffnen konnten.97) Die Erziehung und Unterweisung von Kindern und Jugendlichen betrachten die Großkirchen von alters her als ihre ureigenste Domäne. Dementsprechend wütend attackierte Behnk die neue Einrichtung: Sie sei „verfassungswidrig“, weil die Schüler hier einem „Entpersönlichungs- und Entsozialisierungssystem“ ausgesetzt seien.
Wohlgemerkt: Behnk hat die Schule mit dem schönen Namen „LERN MIT MIR!“ kein einziges Mal besucht und auch nie konkrete Ereignisse an der Schule oder Befragungen von Schülern als Belege für seine Behauptungen angeführt. Hinter hochtrabenden pseudosoziologischen Schlagworten verbirgt er somit einen kompletten Mangel an Faktenkenntnis. Er verunglimpft sozusagen ins Blaue hinein, indem er die Lehre des Universellen Lebens nach Gutdünken verdreht und diese von ihm selbst gemalte Karikatur dann auf die Schule überträgt.
Die von Behnk zu besonders scharfen Kontrollen genötigten Schulbehörden fanden und finden jedoch ein ums andere Mal an dieser Schule nichts zu beanstanden, sind im Gegenteil durchweg angetan von den „sehr ansprechend gestalteten Klassenzimmern“, der „wohnlichen Atmosphäre“ und von Schülern, die „in allen Jahrgangsstufen einen fröhlichen, freundlichen und disziplinierten Eindruck“ machen. 98) Was Behnk nicht daran hindert, immer wieder CSU-Politiker gegen diese Schule aufzuhetzen – bis sogar dem konservativ-katholischen Kultusminister Hans Zehetmair einmal der Kragen platzt und er feststellt, der Staat sei „nicht der Büttel der Sektenbeauftragten“.
