Ein Kampf mit ungleichen Waffen

„Und weshalb siegt Gott nicht rascher?“, so könnte man fragen. „Er ist doch die höchste Energie im Universum!“ Doch gerade weil Er das ist, setzt Er nur Mittel ein, die Seinen Gesetzen entsprechen. Die Widersacher Gottes lügen, betrügen, verleumden, verführen, intrigieren nach Herzenslust; sie machen Angst und schüchtern ein, sie zwingen und erpressen – und wo all das nicht hilft, wenden sie schlicht Gewalt an. Die Gesandten Gottes hingegen sind gehalten, durch das ehrliche Beispiel zu überzeugen, die Herzen anzusprechen, sich nicht zu verstellen, sondern stets nur das auszusprechen, was sie auch fühlen und denken. Schmeicheleien, Berechnung und Hintergedanken haben im Denken und Leben der Gottesboten keinen Platz, wohl aber das klare und unmissverständliche Wort, das schon Jesus von Nazareth gegenüber den Schriftgelehrten Seiner Zeit aussprach, ob es gelegen kam oder nicht. Dem Gottesgeist geht es nicht um äußere Zustimmung einer möglichst großen Schar von Mitläufern oder Nachahmern, sondern um die Einsicht des Einzelnen und um die innere Wandlung jeder Seele. Gewalt und Zwang sind daher nicht die Waffen Gottes, denn sie würden das Erreichen dieses Ziels nur behindern, das Negative, das der Mensch noch in sich trägt, nur weiter fördern – denn Gewalt erzeugt bekanntlich Gegengewalt, Druck Gegendruck.
Und doch verfügt die Seite des Lichts über einen entscheidenden Vorteil, der ihr dereinst zum Sieg verhelfen wird: Sie hat den wesentlich besseren Überblick. Das kosmische Bewusstsein steht buchstäblich himmelhoch über den Machenschaften von Institutionen, die sich, allein schon durch das Gesetz von Ursache und Wirkung, tiefer und tiefer in den eigenen Fallstricken verfangen. Die schöpferische Intelligenz und Weisheit Gottes ist dem Intellekt der Theologen stets überlegen. Sie hat immer neue Einfälle, weiß für jede Schwierigkeit eine Lösung, kennt einen Plan B, C oder D, für den Fall, dass Plan A nicht funktionieren sollte. Und das kommt oft genug vor, denn Gott hat hier auf der Erde nun mal keine anderen Hände als die Seiner Getreuen, die täglich darum ringen, Seinen Willen zu erfassen und in die Tat umzusetzen. (Wir werden auf diesen wesentlichen Punkt noch zu sprechen kommen.)

Die Weisheit Gottes sieht Angriffe frühzeitig kommen und leitet rechtzeitig Gegenmaßnahmen ein. Sie kennt die Gedanken und Gefühle der Menschen und versteht es, auf unterschiedliche Regungen des „Zeitgeistes“ mit immer neuen Facetten aus dem Schatz der göttlichen Weisheit einzugehen. Sie agiert, legt vor, provoziert (im positiven Sinne) durchaus auch einmal, um etwas im Untergrund Verborgenes hervorzulocken und aufzudecken. Die Gegenseite reagiert meist nur, verteidigt verbissen ihre „Traditionen“, schlägt um sich und verstrickt sich in immer neue Widersprüche.



top


(C) Freie Christen für den Christus der Bergpredigt 2009

Diese Seite drucken